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Der Flug mit einem Freund


(Foto: Micha Gudowius)
Lege dich bequem hin und spüre, wie deine Matratze deinen Körper, deine Beine und deine Arme trägt.
Spüre deinem Atem nach, wie er kommt und geht - kommt und geht.
Du wirst immer ruhiger und entspannter mit jedem Atemzug.
An der Nase kannst du spüren, wie die Luft in dich einströmt.
Deine Lunge hebt deinen Brustkorb.
Und dann strömt der Atem wieder aus.
Der Atem kommt und geht.
Vielleicht bedeckt dich eine Decke und alles um dich ist angenehm warm.
Es gibt dir ein Gefühl von Sicherheit, so dass du mir mit deinen Gedanken folgen kannst.

Stell dir vor, du stehst auf einem Berg. Es ist ein schöner sonniger Tag. Die Luft ist angenehm war und es weht nur einen leichter Wind. Es riecht nach Sommer. Die Blumen, die um dich herum blühen, duften süßlich.
Du schaust in die Ferne und siehst den Wolken zu, wie sie über die anderen Berge hinweg treiben.
Es sind schöne Wolken. Sie sehen aus wie Watte. Du erkennst ganz verschiedene Tiere in ihnen.
Du lässt deine Gedanken schweifen, denn du wartest auf jemanden. Auf einen guten alten Freund.
Und schließlich kannst du ihn in der Ferne sehen.
Zuerst ist er nicht größer als ein Vogel. Doch er wird schnell größer, immer größer wird er, doch du spürst keine Angst, denn du weißt, wie sehr er dich mag.
Du freust dich auf ihn, denn ihr habt euch schon so lange nicht mehr gesehen. Deine Freude ist so groß, dass du ein kribbeln spürst.
Nun landet er auf der großen Wiese, auf der du stehst. Das Gras wird von dem Wind, den die Flügel machen heruntergedrückt.
Der Geruch, den er trägt, erinnert dich sofort an die Abenteuer, die ihr zusammen schon erlebt habt. Dann schaut dich dein Freund an, mit großen zufriedenen Augen.
Er knurrt: "Hallo!", aber es ist ein freudiges knurren. Tiere wie er, knurren fast alles. Aber es kommt dir so vor, als wenn du ihn schon dein ganzes Lebens kennst, so weißt du, wie freundlich er ist.
Voller Freude läufst du auf ihn zu, möchtest ihn am liebsten umarmen. Aber er ist so groß. Er neigt den Kopf zu dir herab und ihr drückt eure Stirn aneinander. Das ist eure Art euch zu begrüßen, euer ganz eigenes Ritual.
Dein Freund raunt dir zu: "Setz dich auf meinen Rücken, ich möchte dir etwas zeigen."
So kletterst du auf den Rücken deines riesigen Freundes.
Du fühlst dich dort geborgen und sicher, an diesem Ort hinter seinen Flügeln.
Schließlich spürst du, wie der Körper von deinem Freund sich anspannt und sich die riesigen Schwingen ausbreiten.
Erst langsam und dann immer schneller heben und senken sich die Schwingen und der riesige Körper wird in die Luft gehoben.
Man hört das Rauschen des Windes, das seine Flügel erzeugen.
Doch das ist das einzige Geräusch, dass ihr hier oben hören könnt.
Nun hat dein Freund eine ordentliche Höhe erreicht. Ihr schwebt langsam über den großen Berg hinweg.
Von hier oben kannst du wunderbar gucken. Du siehst dort eine Schafherde. Sie grasen da und dort läuft der Hund der Schäfers.
Und da ist ein Wald.
Ihr bewegt euch weiter über die Berge hinweg, immer weiter hinauf zu den großen Gipfeln.
Du siehst einen Steinbock, der den Berg immer höher erklimmt und nun stehen bleibt und euch hinterher schaut.
Es geht weiter hinauf zu den schneebedeckten Gletschern. Ihr gleitet kurz daran entlang.
Dir wird nicht kalt, dort auf dem Rücken bei deinem Freund. Du spürst die Wärme von seinem Körper, die dich warm hält.
Schließlich hört dein Freund auf mit den Flügeln zu schlagen. Er hält sie nur noch gerade und schwebt auf den Luftschichten dahin. Immer weiter hinab in das Tal.
Stück für Stück senkt sich euer Flug. Die Wälder kommen näher. Mit einem Mal rauscht ihr direkt über den Bäumen entlang. Aber dein Freund ist ein erfahrener Flieger. Du brauchst dir keine Sorgen machen. Kurz hinter den Bäumen fällt eine Schlucht tief hinab, doch ihr gleitet sicher darüber hinweg.
Dein Freund begleitet dich immer weiter hinunter, über Seen, über Flüsse und schließlich über kleine Ortschaften.
Du siehst die Dächer der Häuser. Du siehst ein paar Autos und ein paar Menschen. Da steht sogar ein Kind, dass zu dir hinaufzeigt. Doch schon bist du daran vorbei.
Vor euch liegt eine riesige Wiese. Dein Freund setzt zur Landung an. Mit nur wenigen Flügelschlägen kommt er zum Stehen und setzt langsam und ruhig auf.
Du steigst ab, verabschiedest dich liebevoll von deinem Freund. Er knurrt noch einmal und hebst dann mit kräftigem Flügelschlag wieder ab.
Stück für Stück gewinnt er an Höhe und verschwindet in Richtung der Berge.
Du aber gehst hinüber zu einem Baum und setzt dich hin und spürst noch einmal nach, wie es war mit deinem Freund vom Berg hinabzufliegen.

Dabei werden deine Augen immer schwerer und du gibst dem Drang sie zu schließen schließlich nach. Einige Momente lang siehst du noch vor deinem inneren Auge, wie ihr euch durch die Luft bewegt, Dann gleitest du hinüber in deinen Traum.

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